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Start · Elektrotechniker HF

Elektrotechniker HF: Zulassung, Dauer, Kosten, Anschluss

Drei Jahre berufsbegleitend sind ein grosser Entscheid. Was verlangt wird, was es wirklich kostet nach kantonalem Beitrag, welche Schulen es in der Zentralschweiz gibt und was der Abschluss danach öffnet.

Die kurze Antwort

Der Bildungsgang dauert drei Jahre berufsbegleitend und führt zum Titel dipl. Technikerin HF Elektrotechnik beziehungsweise dipl. Techniker HF Elektrotechnik. Ab dem 1. Oktober 2026 kommt die Bezeichnung Professional Bachelor dazu.

Der häufigste Irrtum betrifft das Geld. HF wird anders finanziert als eine Berufsprüfung: Es gibt keinen Bundesbeitrag von 50 Prozent, sondern einen kantonalen Beitrag über die interkantonale Vereinbarung. Wer damit rechnet wie bei einer BP, verrechnet sich deutlich.

Die anderen Wege stehen auf der Weiterbildungsseite.

Was der Abschluss ist

Was der Abschluss formal ist, und wie er wirklich heisst

Der Bildungsgang heisst «Elektrotechnik». Der eidgenössisch geschützte Titel lautet «Dipl. Elektrotechnikerin HF» beziehungsweise «Dipl. Elektrotechniker HF». Es gibt keinen Zusatz «Fachrichtung» mehr. Die Schreibweise der Schulen ist also nicht Marketing, sondern der Rechtstitel. Die frühere Bezeichnung «dipl. Technikerin HF Elektrotechnik» ist der ausdrücklich genannte Vorgängertitel; wer ihn vor 2022 erworben hat, darf laut Ziffer 10.2.2 des Rahmenlehrplans den neuen Titel führen, ein neues Diplom wird nicht ausgestellt. Die englische Bezeichnung ist kein geschützter Titel und erscheint nur im Diplomzusatz: «Advanced Federal Diploma of Higher Education in Electrical Engineering». Der Abschluss ist auf NQR-Niveau 6 eingestuft und gehört zur höheren Berufsbildung, die zusammen mit den Hochschulen die Tertiärstufe bildet. Getragen wird der Rahmenlehrplan von den Organisationen der Arbeitswelt EIT.swiss, Swissmem und Swissmechanic zusammen mit der Konferenz der höheren Fachschulen Technik KHF-T.

Grundlage: Rahmenlehrplan «Elektrotechnik», Ziff. 1 (Trägerschaft), Ziff. 2 (Titel und englische Übersetzung), Ziff. 3 (Positionierung), Ziff. 10.2.2 (Titel für frühere Absolvierende), https://www.becc.admin.ch/becc/public/bvz/beruf/download/13107; SBFI-Berufsverzeichnis Nr. 654 (NQR-Niveau 6, Vorgängerberuf «dipl. Techniker HF»), https://www.becc.admin.ch/becc/public/bvz/beruf/show/654; MiVo-HF vom 11.9.2017, Art. 6 und Anhang 1 Ziff. 15, https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/2017/586/de

HF gegen BP und HFP gegen FH: die Abgrenzung, die staendig schiefgeht

Drei Punkte lösen die meisten Missverständnisse. Erstens der Charakter: HF ist ein anerkannter Bildungsgang an einer Schule, mit Studienreglement, Promotion und Diplomarbeit. BP und HFP sind eidgenössische Prüfungen; der Vorbereitungskurs ist freiwillig und kein anerkannter Bildungsgang. FH ist ein Hochschulstudium mit ECTS. Zweitens die Finanzierung: Kanton an die Schule beim HF, Bund an die Person nach der Prüfung bei BP und HFP. Drittens der Weg nach oben: HF gibt prüfungsfreien Zugang zum FH-Bachelor, BP und HFP nur nach Aufnahmeprüfung. Der Rahmenlehrplan selbst formuliert den inhaltlichen Unterschied klar: «Im Gegensatz zu den eidgenössischen Prüfungen sind die Bildungsgänge HF breiter und generalistischer ausgerichtet.» Für die Elektrobranche kommt eine vierte Dimension dazu. Die klassische Branchenlaufbahn läuft über die Berufsprüfung Elektroprojektleiter Installation und Sicherheit und danach die höhere Fachprüfung Elektroinstallations- und Sicherheitsexperte, die direkt zur Fachkundigkeit nach NIV führt. Der HF-Weg ist technischer und weniger installationsrechtlich, führt aber über drei Jahre Praxis plus Praxisprüfung ebenfalls dorthin. Der Preisvergleich am Beispiel derselben Anbieterin IBZ: Elektrotechnik HF sechs Semester, CHF 22804 nach Abzug des Kantonsbeitrags. Elektroprojektleiter Installation und Sicherheit BP, vier Semester zu CHF 4975, also rund CHF 19900, davon bis CHF 9500 vom Bund zurück. Dipl. Elektroinstallations- und Sicherheitsexperte HFP, Lehrgangspreis CHF 10075, davon bis CHF 10500 vom Bund zurück, wobei die Rückerstattung die effektiven Kosten nie übersteigt. Die HFP wirkt dadurch fast kostenlos, sie setzt aber die bestandene Berufsprüfung voraus.

HF ElektrotechnikHFP Elektroinstallations- und SicherheitsexperteFH Bachelor Elektrotechnik
Was es istanerkannter Bildungsgang an einer Schuleeidgenössische Prüfung, Kurs freiwilligHochschulstudium mit ECTS
TitelDipl. Elektrotechniker/in HFeidg. dipl. Elektroinstallations- und Sicherheitsexperte/inBachelor of Science FH
Titelzusatz ab 1.10.2026Professional BachelorProfessional Masterentfällt
Zulassungeinschlägiges EFZ, keine Aufnahmeprüfungbestandene Berufsprüfung ElektroprojektleiterBerufsmaturität plus EFZ, oder sur dossier
Dauer berufsbegleitendmindestens 3 Jahre, 6 Semester2 bis 4 Semester VorbereitungAngebot je Fachhochschule
Öffentliche FinanzierungKanton, HFSV, direkt an die SchuleBund, 50 Prozent, max. CHF 10500, nach der Prüfungkantonale Hochschulfinanzierung
Zugang zum FH-Bachelorprüfungsfrei möglichnur nach Aufnahmeprüfungentfällt
Fachkundigkeit nach NIVüber 3 Jahre Praxis plus Praxisprüfung, Art. 8 Abs. 2direkt, Art. 8 Abs. 1über 3 Jahre Praxis plus Praxisprüfung, Art. 8 Abs. 2

Grundlage: Rahmenlehrplan «Elektrotechnik», Ziff. 3 «Positionierung», Zitat zur generalistischen Ausrichtung, https://www.becc.admin.ch/becc/public/bvz/beruf/download/13107; Preise derselben Anbieterin IBZ/ipso, abgerufen am 31.07.2026: Elektrotechnik HF CHF 22'804 https://ipso.ch/schulen/ibz/technik-bau/elektrotechnik/dipl-elektrotechnikerin-hf, Elektroprojektleiter/-in Installation und Sicherheit mit eidg. Fachausweis CHF 4'975 pro Semester bei 4 Semestern und Dipl. Elektroinstallations- und Sicherheitsexperte/-in mit eidg. Diplom CHF 10'075 Lehrgangspreis, https://ipso.ch/schulen/ibz/technik-bau/elektroinstallationen; Zulassung FH: swissuniversities Best Practices Ziff. 3.6.1; Finanzierung: EDK HFSV und SBFI Bundesbeiträge; NIV Art. 8 SR 734.27

Neu ab 1. Oktober 2026: Professional Bachelor und drei weitere Aenderungen

Der Bundesrat hat am 24. Juni 2026 entschieden, dass die Änderung des Berufsbildungsgesetzes per 1. Oktober 2026 in Kraft tritt. Wichtig ist die genaue Zuordnung, und hier war die geprüfte Fassung unvollständig: Den Zusatz «Professional Bachelor» erhalten sowohl das Diplom HF als auch der eidgenössische Fachausweis aus einer Berufsprüfung. «Professional Master» ist dem eidgenössischen Diplom aus einer höheren Fachprüfung vorbehalten. Der Zusatz darf nur zusammen mit dem geschützten Titel in einer Amtssprache geführt werden, also «Dipl. Elektrotechniker HF, Professional Bachelor». Er gilt unabhängig vom Abschlussjahr, neue Diplome werden nicht ausgestellt; ab Mitte Oktober 2026 kann gegen Gebühr ein neuer Diplomzusatz beantragt werden. Drei weitere Punkte des Massnahmenpakets sind für die Branche relevant und fehlten bisher ganz. Erstens ein Bezeichnungsrecht: Nur wer einen anerkannten HF-Bildungsgang anbietet, darf sich künftig «Höhere Fachschule» nennen. Zweitens müssen Nachdiplomstudien NDS HF kein eidgenössisches Anerkennungsverfahren mehr durchlaufen und können von den Schulen eigenständig lanciert werden. Drittens wird Englisch als mögliche zusätzliche Prüfungssprache bei Berufs- und höheren Fachprüfungen eingeführt.

AbschlussTitelzusatz ab 1.10.2026
Diplom HF (z. B. Dipl. Elektrotechniker HF)Professional Bachelor
Eidg. Fachausweis (Berufsprüfung)Professional Bachelor
Eidg. Diplom (höhere Fachprüfung)Professional Master

Grundlage: SBFI, Massnahmenpaket zur Stärkung der höheren Berufsbildung, Beschluss Bundesrat vom 24. Juni 2026, Inkrafttreten 1. Oktober 2026, Bezeichnungsrecht «Höhere Fachschule», Titelzusätze, Flexibilisierung NDS HF, Englisch als Prüfungssprache, https://www.sbfi.admin.ch/de/massnahmenpaket-zur-staerkung-der-hoeheren-berufsbildung; SBFI, FAQ Massnahmenpaket für Absolventinnen und Absolventen (Zuordnung Fachausweis und Diplom HF zu «Professional Bachelor», eidg. Diplom zu «Professional Master», Geltung unabhängig vom Abschlussjahr, kostenpflichtiger neuer Diplomzusatz ab Mitte Oktober 2026), https://www.sbfi.admin.ch/de/faq-massnahmenpaket-hoeheren-berufsbildung-absolventen; Umsetzungshinweise der Schulen: ABB Technikerschule mit Vorbehalt der Anpassung der Rahmenlehrpläne, https://www.abbts.ch/bildungsangebot/hoehere-fachschule/elektrotechnik

Zulassung und Ablauf

Zulassung: welches EFZ, welche Ausnahmen

Der geltende Rahmenlehrplan listet fünfzehn berufliche Grundbildungen als einschlägig. Mit einem dieser EFZ startet man direkt in den 3600-Stunden-Bildungsgang, ohne Zusatzjahre und ohne Aufnahmeprüfung. Die Liste ist gegenüber der alten Fassung deutlich breiter: Montage-Elektriker, Netzelektriker, Gebäudeinformatiker, Telematiker, Konstrukteur, Automatikmonteur, Automobil-Mechatroniker und Landmaschinenmechaniker sind heute im Rahmenlehrplan selbst enthalten. Die Schulen erweitern die Liste also nicht, sie geben sie wieder. Gebäudetechnikplaner EFZ ist umgekehrt nicht mehr aufgeführt, obwohl einzelne Schulen ihn weiterhin nennen. Wer kein einschlägiges EFZ hat, kann über zwei Wege einsteigen: über eine Sur-Dossier-Aufnahme mit einer gleichwertigen Qualifikation, für die jede Schule ein dokumentiertes Konzept führen muss, oder über den Bildungsgang mit 5400 Lernstunden, der nur einen Abschluss der Sekundarstufe II voraussetzt. Eine Matura ist nicht nötig. Die Schulen setzen eigene Zusatzanforderungen: IBZ verlangt Deutsch mindestens B2, die ABB Technikerschule verlangt bei anderem Fähigkeitszeugnis eine Eignungsabklärung plus mindestens ein Jahr Praxis vor Studienbeginn, IBZ mindestens ein Jahr Berufspraxis im technischen Umfeld nach eigenem Ermessen. Ein Mathematik-Vorkurs wird verbreitet empfohlen, ist aber überall freiwillig.

Einschlägige berufliche Grundbildung mit EFZ (Rahmenlehrplan 2022)
Automatiker/in
Automatikmonteur/in
Automobil-Mechatroniker/in
Elektroinstallateur/in
Elektroniker/in
Elektroplaner/in
Gebäudeinformatiker/in
Informatiker/in
Konstrukteur/in
Landmaschinenmechaniker/in
Montage-Elektriker/in
Netzelektriker/in
Physiklaborant/in
Polymechaniker/in
Telematiker/in

Grundlage: Rahmenlehrplan «Elektrotechnik», Ziff. 7.1 bis 7.5 (Zulassung, Liste der einschlägigen Grundbildungen, Sur-Dossier, Anrechenbarkeit), https://www.becc.admin.ch/becc/public/bvz/beruf/download/13107; ABB Technikerschule, «Zielgruppe & Zulassungsbedingungen», «Eine Matura ist nicht erforderlich», https://www.abbts.ch/bildungsangebot/hoehere-fachschule/elektrotechnik; IBZ/ipso, Zulassungsbedingungen und Deutsch B2, https://ipso.ch/schulen/ibz/technik-bau/elektrotechnik/dipl-elektrotechnikerin-hf; TEKO, Zulassungsbedingungen, https://www.teko.ch/technik/bildungsgaenge-hf-technik/elektrotechnik/4635

Dauer, Form und Lernstunden: was drei Jahre konkret bedeuten

Berufsbegleitende Bildungsgänge dauern mindestens drei Jahre, vollzeitliche inklusive Praktika mindestens zwei Jahre. Der Umfang beträgt 3600 Lernstunden, wenn ein einschlägiges EFZ vorliegt, davon müssen mindestens 2880 Lernstunden ausserhalb der praktischen Bildungsbestandteile stattfinden. Ohne einschlägiges EFZ sind es 5400 Lernstunden, davon mindestens 3600 ausserhalb der Praxis. Entscheidend für Berufstätige: Eine begleitende Berufstätigkeit wird nur dann als praktischer Bildungsbestandteil angerechnet, wenn sie mindestens 50 Prozent beträgt. Das steht so im Rahmenlehrplan und in Artikel 3 MiVo-HF, und TEKO gibt es auf der Angebotsseite ausdrücklich weiter. Die Schulen dürfen im Rahmen von maximal 10 Prozent der Gesamtlernstunden eigene inhaltliche Schwerpunkte setzen, der geschützte Titel bleibt davon unberührt. In der Zentralschweiz wird der Bildungsgang bei allen vier erreichbaren Anbietern berufsbegleitend über sechs Semester geführt. Die Präsenzzeit reicht von zwei Halbtagen pro Woche bei der ABB Technikerschule über einen ganzen Tag plus einen Abend oder Samstagmorgen bei TEKO bis zu einem Abend plus ganzem Samstag bei IBZ. Inovatech empfiehlt im Tagesmodell mit Freitag und Samstag eine Pensumreduktion auf 80 bis 90 Prozent, im Abendmodell auf höchstens 90 Prozent.

Mit einschlägigem EFZOhne einschlägiges EFZ
Total Lernstunden36005400
davon ausserhalb praktischer Bildungsbestandteilemind. 2880mind. 3600
Praktikamind. 720mind. 1800
Anrechnung Berufstätigkeitnur ab 50 Prozent Beschäftigungnur ab 50 Prozent Beschäftigung

Grundlage: Rahmenlehrplan «Elektrotechnik», Ziff. 6.1 (Angebotsformen, Mindestdauer, Verweis Art. 29 Abs. 2 BBG) und Ziff. 6.2.2 (Aufteilung schulische und praktische Bildungsbestandteile, 50 Prozent), https://www.becc.admin.ch/becc/public/bvz/beruf/download/13107; MiVo-HF Art. 3 Abs. 2 und 3, https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/2017/586/de; Präsenzzeiten und Pensum: ABB Technikerschule https://www.abbts.ch/bildungsangebot/hoehere-fachschule/elektrotechnik, TEKO https://www.teko.ch/technik/bildungsgaenge-hf-technik/elektrotechnik/4635, IBZ/ipso https://ipso.ch/schulen/ibz/technik-bau/elektrotechnik/dipl-elektrotechnikerin-hf, Inovatech https://inovatech.ch/angebot/dipl-elektrotechniker-in-hf/

Inhalte: zwoelf Handlungskompetenzbereiche, nicht mehr Fachprozesse

Der geltende Rahmenlehrplan arbeitet nicht mehr mit den früheren Prozessen 1 bis 16, sondern mit zwölf Handlungskompetenzbereichen. A1 bis A3 sind die allgemeinen Bereiche und decken Führung, Kommunikation und persönliche Entwicklung ab. B4 bis B12 sind berufsspezifisch: Entwicklungsmethoden zur Problemlösung und Innovationsentwicklung, elektrotechnische Projekte planen und leiten, elektrotechnische Produkte entwickeln, hardwarenahe Programme für Anlagen und Informationssysteme entwickeln, elektrotechnische Anlagen projektieren, bis hin zu nachhaltigem Handeln als eigenem Bereich B12. Die früher zitierte Aufteilung von 20 bis 30 Prozent Führung gilt nicht mehr und wurde gestrichen; die heutige Gewichtung liegt bei 15 bis 30 Prozent für A1 bis A3 und 60 bis 85 Prozent für B4 bis B12. Eine Sprachanforderung ist als Kompetenz A2.8 verankert: im Arbeitsumfeld mündlich wie schriftlich in Englisch oder einer zweiten Landessprache auf Niveau B1 kommunizieren. Die Angabe der ABB Technikerschule, dass Englisch B1 verlangt und bis Ende des fünften Semesters nachgewiesen werden kann, entspricht damit genau dem Rahmenlehrplan. Bei IBZ führt B1 im Einstufungstest umgekehrt zur Dispensation vom Englischunterricht. Die fachlichen Schwerpunkte unterscheiden sich stark zwischen den Schulen: die ABB Technikerschule fährt den Schwerpunkt Energietechnik mit Netzsimulation, Netzschutz und Netzleittechnik, Kraftwerk 4.0 sowie nachhaltiger Energieerzeugung, TEKO gewichtet Automation, Robotik, Embedded Systems und Steuerungs- und Regelungstechnik.

BereicheAnteil Lernstunden
Kompetenzbereiche A1 bis A3 (allgemein)15 bis 30 Prozent
Kompetenzbereiche B4 bis B12 (berufsspezifisch)60 bis 85 Prozent
Inhaltlicher Schwerpunkt des Bildungsanbieters (Option)max. 10 Prozent

Grundlage: Rahmenlehrplan «Elektrotechnik», Kapitel 4 und 5 (Handlungskompetenzbereiche A1 bis A3 und B4 bis B12, Kompetenz A2.8 Niveau B1), Ziff. 6.2.1 (Lernstundenverteilung auf die Kompetenzbereiche), https://www.becc.admin.ch/becc/public/bvz/beruf/download/13107; Modul- und Fachpläne: ABB Technikerschule https://www.abbts.ch/bildungsangebot/hoehere-fachschule/elektrotechnik, TEKO Studienplan https://www.teko.ch/technik/bildungsgaenge-hf-technik/elektrotechnik/4635, IBZ/ipso Englisch-Einstufungstest https://ipso.ch/schulen/ibz/technik-bau/elektrotechnik/dipl-elektrotechnikerin-hf

Diplomarbeit und Qualifikationsverfahren

Das abschliessende Qualifikationsverfahren besteht mindestens aus einer praxisorientierten Diplomarbeit und aus mündlichen oder schriftlichen Prüfungen. Das Thema der Diplomarbeit muss aus dem berufsspezifischen Bereich B stammen und einen praktischen oder wirtschaftlichen Nutzen haben. Die Arbeit wird präsentiert, danach folgt ein Expertengespräch. Beide Prüfungsteile können einmal wiederholt werden, die Wiederholung der Diplomarbeit erfolgt mit einem neuen Thema. An den Qualifikationsverfahren wirken Expertinnen und Experten aus der Praxis mit; jeder Prüfungsteil wird von mindestens einer Lehrperson und einer Fachperson aus der Praxis beurteilt. In der Umsetzung liegt die Diplomarbeit im sechsten Semester, bei Inovatech aufbauend auf einer grösseren Projektarbeit im vierten Semester. Bei der Kostenfrage lohnt sich der Blick ins Detail: Die ABB Technikerschule verrechnet die Diplomprüfung mit CHF 1500 separat, Inovatech das Qualifikationsverfahren mit CHF 1500. Bei TEKO und IBZ sind Prüfungen und Diplomarbeit im Schulgeld enthalten.

Grundlage: Rahmenlehrplan «Elektrotechnik», Ziff. 9.1 (Abschliessendes Qualifikationsverfahren) und 9.2 (Studienreglement), https://www.becc.admin.ch/becc/public/bvz/beruf/download/13107; MiVo-HF Art. 5, https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/2017/586/de; ABB Technikerschule Kostenblatt https://www.abbts.ch/bildungsangebot/hoehere-fachschule/elektrotechnik; Inovatech https://inovatech.ch/angebot/dipl-elektrotechniker-in-hf/; TEKO «Die Kosten für Prüfungen, Vordiplomprüfungen, Semester- und Gruppenarbeiten sowie für die Diplomarbeit sind im Schulgeld inbegriffen» https://www.teko.ch/technik/bildungsgaenge-hf-technik/elektrotechnik/4635; IBZ/ipso «inkl. Lehrmittel & Prüfungen» https://ipso.ch/schulen/ibz/technik-bau/elektrotechnik/dipl-elektrotechnikerin-hf

Was es kostet

Kosten: was die Schulen effektiv verlangen

Alle Semestergebühren sind Nettopreise, der kantonale Beitrag ist bereits abgezogen. Die Spannweite der vier in der Zentralschweiz erreichbaren Anbieter reicht von CHF 2900 bis CHF 3600 pro Semester. Über sechs Semester und mit den einmaligen Gebühren landet man bei rund CHF 23000 bis CHF 25000. Die ABB Technikerschule weist als einzige eine vollständige Gesamtrechnung aus: CHF 25075. IBZ nennt einen Lehrgangspreis von CHF 22804 inklusive Lehrmittel und Prüfungen. Bei TEKO und Inovatech ist keine Gesamtsumme publiziert. Eine Präzisierung gegenüber der ursprünglichen Fassung: Der erhöhte ABB-Satz von CHF 4650 pro Semester gilt laut Schule für Studierende mit Wohnsitz im Ausland, nicht allgemein für Personen ohne Beitragskanton. TEKO weist den Preis ohne Kantonsbeitrag mit CHF 5500 aus.

SchuleSemestergebühr nettoEinmalige KostenGesamtkosten laut Schule
ABB Technikerschule (Baden, Sursee)CHF 3600Einschreibung 200, Lehrmittel 850, Basislernplattform 925, Diplomprüfung 1500CHF 25075
IBZ / ipso (Aarau, Bern, Zug, Zürich)CHF 3559 inkl. Lehrmittel und Prüfungenin der Semestergebühr enthaltenCHF 22804
TEKO (Luzern, Basel, Bern, Olten, Zürich)CHF 2900 (ohne Kantonsbeitrag 5500)Prüfungen und Diplomarbeit im Schulgeld inbegriffennicht ausgewiesen
Inovatech (Zofingen)CHF 2950Einschreibung 250, Qualifikationsverfahren 1500, Lehrmittel ca. 200 pro Semesternicht ausgewiesen

Grundlage: Schulseiten, abgerufen am 31.07.2026: ABB Technikerschule, Semestergebühr CHF 3600, Einschreibung 200, Lehrmittel 850, Basislernplattform 925, Diplomprüfung 1500, Gesamtkosten CHF 25075, «Gebühren pro Semester für Studierende mit Wohnsitz im Ausland CHF 4'650.00», https://www.abbts.ch/bildungsangebot/hoehere-fachschule/elektrotechnik; TEKO «2900.- / (5500.-*)» mit Fussnote Kantonsbeiträge, https://www.teko.ch/technik/bildungsgaenge-hf-technik/elektrotechnik/4635; IBZ/ipso CHF 3'559 pro Semester, Lehrgangspreis CHF 22'804, https://ipso.ch/schulen/ibz/technik-bau/elektrotechnik/dipl-elektrotechnikerin-hf; Inovatech CHF 2950, Einschreibung 250, Qualifikationsverfahren 1500, Lehrmittel ca. 200 pro Semester, https://inovatech.ch/angebot/dipl-elektrotechniker-in-hf/

Wer zahlt was: HF wird anders finanziert als BP und HFP

Das ist die häufigste Verwechslung, und sie kostet Geld, wenn man falsch plant. HF-Bildungsgänge finanzieren die Kantone. Grundlage ist die Interkantonale Vereinbarung über Beiträge an die Bildungsgänge der höheren Fachschulen HFSV, die seit dem Studienjahr 2015/2016 gilt und der per Mitte 2015 alle Kantone beigetreten sind. Der Wohnsitzkanton leistet einen Semesterbeitrag, die Schule zieht ihn vom Schulgeld ab. Es gibt also nichts zu beantragen und nichts zurückzuholen, der Abzug steckt bereits im Preis. Bei Berufsprüfung und höherer Fachprüfung läuft es umgekehrt. Die EDK hält ausdrücklich fest: «Die Vorbereitungskurse auf die Berufsprüfungen und höheren Fachprüfungen sind nicht Teil der HFSV.» Dort zahlt der Bund, direkt an die absolvierende Person, nach der eidgenössischen Prüfung und auf Antrag, 50 Prozent der anrechenbaren Kursgebühren, maximal CHF 9500 bei einer Berufsprüfung und maximal CHF 10500 bei einer höheren Fachprüfung. Ein Gesuch ist erst ab anrechenbaren Kursgebühren von total CHF 1000 möglich, der Bundesbeitrag beträgt also mindestens CHF 500. Praktische Folge: Beim HF-Studium zahlt man laufend den reduzierten Betrag ohne Vorfinanzierung. Beim BP- und HFP-Weg zahlt man zuerst den vollen Kurspreis und bekommt bis zur Hälfte erst nach der Prüfung zurück. Kantonale Stipendien und Darlehen können zusätzlich dazukommen, sie sind kantonal geregelt und hier nicht abgebildet.

HF-BildungsgangVorbereitungskurs BP / HFP
Wer zahltWohnsitzkanton, via HFSVBund, via SBFI
An wendirekt an die Schuledirekt an die absolvierende Person
Wannlaufend, pro Semesternach der eidgenössischen Prüfung, auf Antrag
WirkungSchulgeld ist bereits reduziertRückerstattung von 50 Prozent, max. CHF 9500 (BP) bzw. CHF 10500 (HFP)
Vorfinanzierung nötigneinja, voller Kurspreis

Grundlage: EDK, Höhere Fachschulen HFSV, Zitat «Die Vorbereitungskurse auf die Berufsprüfungen und höheren Fachprüfungen sind nicht Teil der HFSV», sowie «Per Mitte 2015 sind alle Kantone der Vereinbarung beigetreten», https://www.edk.ch/de/themen/bildungsfinanzierung/hoehere-fachschulen; SBFI, Infoflyer Bundesbeiträge eidgenössische Prüfungen, «Der Bund übernimmt 50 Prozent der angefallenen Kursgebühren, wenn Sie im Anschluss an den Kursbesuch die eidgenössische Prüfung absolvieren», max. 9500 Franken (Berufsprüfung) bzw. 10 500 Franken (höhere Fachprüfung), Mindestgrenze 1000 Franken anrechenbare Kursgebühren, https://www.sbfi.admin.ch/dam/de/sd-web/EuAeDyYSPaLS/Flyer%20HBB_SBFI_A5_2025_DT_web.pdf und https://www.sbfi.admin.ch/de/bundesbeitraege-fuer-kurse-die-auf-eidgenoessische-pruefungen-vorbereiten

Die Hoehe des kantonalen Beitrags, konkret fuer Elektrotechnik

Die HFSV-Vereinbarungskantone legen die Semesterbeiträge pro studierende Person fest, gestützt auf Kostenerhebungen bei den höheren Fachschulen. Für gleiche Studiengänge gelten gesamtschweizerisch gleiche Beiträge. Die aktuell publizierte Beitragsliste deckt die Studienjahre 2027/2028 und 2028/2029 ab, beruht auf dem Beschluss der Konferenz der Vereinbarungskantone vom 26. März 2026 und wurde am 10.04.2026 veröffentlicht. Für Elektrotechnik im Bereich 1 HF Technik nennt sie CHF 2700 pro Semester im Teilzeitmodell und CHF 4800 im Vollzeitmodell, jeweils unter der Überschrift «Beitrag 50%». Im laufenden Zyklus rechnen die Schulen mit CHF 2600 pro Semester; die ABB Technikerschule und Inovatech weisen diesen Satz je ausdrücklich aus. Der Beitrag steigt also ab Studienjahr 2027/2028 um CHF 100 pro Semester. Zwei Details, die in der Beratung zählen: Pro Studierende werden maximal 100 Präsenzlektionen angerechnet beim Lernmodell 3600 und 150 beim Lernmodell 5400. Und leere Felder in der Liste bedeuten laut Legende, dass keine Kostenerhebung vorliegt, weil entweder kein Angebot existiert oder die bestehenden Angebote von den Kantonen nicht unterstützt werden. Für Elektrotechnik ist auch das Vollzeitfeld gefüllt, ein unterstütztes Vollzeitangebot existiert in der Schweiz also.

Fachrichtung Elektrotechnik HFTeilzeit pro SemesterVollzeit pro Semester
Aktuell von den Schulen ausgewiesenCHF 2600nicht ausgewiesen
Studienjahre 2027/2028 und 2028/2029 (EDK)CHF 2700CHF 4800

Grundlage: EDK, «Semester-Beiträge an die Studiengänge von Höheren Fachschulen für die Studienjahre 2027/2028 und 2028/2029», Bereich 1 HF Technik, Zeile Elektrotechnik TZ 2'700 / VZ 4'800, Beschluss vom 26. März 2026, Stand 10.04.2026, inklusive Legende zu Präsenzlektionen und leeren Feldern, https://edudoc.ch/record/245310/files/HFSV-Beitraege_2027-2029_d.pdf; laufender Satz CHF 2600: ABB Technikerschule «Die Kantonsbeiträge gemäss interkantonaler Vereinbarung (Beitrag pro Semester: CHF 2'600.-) sind bereits abgezogen», https://www.abbts.ch/bildungsangebot/hoehere-fachschule/elektrotechnik, und Inovatech «Kantonsbeitrag pro Semester CHF 2600», https://inovatech.ch/angebot/dipl-elektrotechniker-in-hf/

Arbeitgeberbeteiligung: was der GAV der Elektrobranche hergibt

Der Gesamtarbeitsvertrag der Schweizer Elektrobranche gibt Arbeitnehmenden in Artikel 19.2 Anspruch auf bis zu fünf bezahlte Arbeitstage pro Jahr für berufliche Aus- und Weiterbildung mit Branchenbezug. Die Kostenfrage regelt er damit nicht. Ordnet der Betrieb die Weiterbildung an, trägt er die Kurskosten und den Lohn für bis zu fünf Arbeitstage; alles darüber hinaus ist Verhandlungssache. Erfolgt die Weiterbildung freiwillig, finanziert sie die angestellte Person selbst, sofern nichts anderes vereinbart ist. Eine Rückzahlungspflicht für übernommene Ausbildungskosten besteht nur, wenn sie ausdrücklich vereinbart wurde, und sie entfällt bei einer Kündigung aus begründetem Anlass, etwa bei ausstehendem Lohn oder Vertragsverletzung durch den Arbeitgeber. EIT.swiss empfiehlt deshalb eine schriftliche Weiterbildungsvereinbarung vor Studienbeginn. Eine branchenweite prozentuale Kostenbeteiligung an HF-Studiengängen sieht der GAV nicht vor, jede Beteiligung ist eine individuelle Abmachung.

Grundlage: EIT.swiss, «10 Fragen zur Weiterbildung», Artikel 19.2 GAV, bis zu 5 bezahlte Arbeitstage pro Jahr, Kostentragung bei angeordneter und bei freiwilliger Weiterbildung, Rückzahlungsvereinbarungen und Wegfall bei begründetem Anlass, Empfehlung einer schriftlichen Weiterbildungsvereinbarung, https://www.eit.swiss/de/verband/news-medien/recht-gav/10-fragen-zur-weiterbildung; GAV der Elektrobranche, https://www.eit.swiss/de/recht-und-normen/gesamtarbeitsvertrag

Schulen und danach

Schulen mit Fokus Zentralschweiz

In der Zentralschweiz und unmittelbarer Umgebung sind vier Standorte realistisch erreichbar: TEKO in Luzern, die ABB Technikerschule in Sursee, IBZ in Zug und Inovatech in Zofingen. Als fünfte Option liegt Baden mit dem zweiten Standort der ABB Technikerschule in Pendlerdistanz. Ein Hinweis, der in eine Empfehlung gehört: Der Bildungsgang Elektrotechnik HF der ABB Technikerschule am Standort Sursee befindet sich laut Schule noch im eidgenössischen Anerkennungsverfahren, der Standort Baden ist anerkannt. Die Studienstarts liegen 2026 durchwegs im Oktober; IBZ bietet zusätzlich einen Start im April 2027. Nicht mehr enthalten sind die in der geprüften Fassung genannten Angaben zu ZbW St. Gallen, hftm Biel und Grenchen, Juventus, ibW und sfb: diese Zahlen, Zeiten und die Aussage zur Durchführung durch Dritte liessen sich im Rahmen dieser Prüfung nicht an der jeweiligen Primärquelle bestätigen und wurden deshalb gestrichen.

SchuleOrtUnterrichtszeitenNächster Start
TEKOLuzernMontag ganzer Tag plus ein Abend oder Samstagmorgen, hybrid möglich19.10.2026
ABB TechnikerschuleSurseezwei Halbtage pro Woche, Mittwoch und Freitag07.10.2026
IBZ / ipsoZugDonnerstag 17.45 bis 21.45 und Samstag 08.00 bis 17.0017.10.2026
InovatechZofingenFreitag und Samstag vor Ort, oder Montag und Mittwoch abends plus Samstag im Mix19. bzw. 23.10.2026
ABB TechnikerschuleBadenzwei Halbtage pro Woche, Montag und Mittwoch05.10.2026

Grundlage: Standorte, Unterrichtszeiten und Starts, abgerufen am 31.07.2026: ABB Technikerschule inkl. Hinweis «Der Bildungsgang Elektrotechnik HF in Sursee befindet sich im eidg. Anerkennungsverfahren», Starts Baden 05.10.2026 und Sursee 07.10.2026, https://www.abbts.ch/bildungsangebot/hoehere-fachschule/elektrotechnik; TEKO, Luzern Start 19.10.2026, «Montag ganzer Tag + 1 Abend oder Samstagmorgen (hybrid möglich)», https://www.teko.ch/technik/bildungsgaenge-hf-technik/elektrotechnik/4635; IBZ/ipso, Zug Start 17.10.2026, Do. 17.45 bis 21.45 und Sa. 08.00 bis 17.00, Modell «Balanced», weiterer Start 03.04.2027, https://ipso.ch/schulen/ibz/technik-bau/elektrotechnik/dipl-elektrotechnikerin-hf; Inovatech, Starts 19.10.2026 (Mix) und 23.10.2026 (vor Ort), https://inovatech.ch/angebot/dipl-elektrotechniker-in-hf/

Der NIV-Weg zur Fachkundigkeit

Das ist für die Elektrobranche der wichtigste konkrete Nutzen und auf den Schulseiten kaum sichtbar. Nach Artikel 8 Absatz 1 der Niederspannungs-Installationsverordnung ist fachkundig, wer die höhere Fachprüfung als Elektroinstallations- und Sicherheitsexperte bestanden hat. Absatz 2 öffnet einen zweiten Weg: Fachkundig ist auch, wer drei Jahre Praxis im Installieren unter Aufsicht einer fachkundigen Person ausweist, eine Praxisprüfung bestanden hat und nach Buchstabe a ein EFZ «Elektroinstallateur EFZ» zusammen mit einem Diplom einer höheren Fachschule besitzt. Bemerkenswert und in der Beratung oft übersehen: Der Verordnungstext verlangt hier nur «ein Diplom einer höheren Fachschule (HF)», ohne Einschränkung auf Elektrotechnik. Buchstabe b erweitert das auf ein dem Elektroinstallateur nahe verwandtes EFZ oder die Maturität in Kombination mit einem HF-Diplom, Buchstabe c auf ein eidgenössisches Diplom eines nahe verwandten Berufs. Die Praxisprüfung prüft in jedem Fall die sicherheitsrelevanten Kompetenzen aus der Berufsprüfung Elektroprojektleiter Installation und Sicherheit und aus der höheren Fachprüfung Elektroinstallations- und Sicherheitsexperte. Mit der Fachkundigkeit ist die allgemeine Installationsbewilligung möglich, ebenso die Funktion als fachkundiger Leiter in einem Betrieb; im Teilzeitpensum verlangt Artikel 9 dafür mindestens 40 Prozent Beschäftigungsgrad und höchstens zwei betreute Betriebe. Die ABB Technikerschule bietet als Anschluss das Nachdiplomstudium «Sicherheitsexperte/in von elektrischen Anlagen NDS HF» an.

Grundlage: Verordnung über elektrische Niederspannungsinstallationen NIV, SR 734.27, Art. 8 Abs. 1 bis 4 und Art. 9 Abs. 1 und 3 (fachkundiger Leiter, Teilzeit mindestens 40 Prozent, höchstens zwei Betriebe), Fassung gemäss Ziff. I der V vom 23. Aug. 2017, in Kraft seit 1. Jan. 2018, https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/2002/22/de; NDS-Anschluss: ABB Technikerschule, https://www.abbts.ch/bildungsangebot/nachdiplomstudien/sicherheitsexperte-in-von-elektrischen-anlagen

Anschluss an die Fachhochschule und typische Positionen

Mit einem eidgenössisch anerkannten HF-Diplom in einem der Studienrichtung verwandten Beruf können Studieninteressierte prüfungsfrei zu einem FH-Bachelorstudium zugelassen werden. Ist das HF-Diplom in einem nicht verwandten Beruf, gilt dasselbe, sofern mindestens ein Jahr Arbeitswelterfahrung in einem verwandten Beruf nachgewiesen wird. Das ist der deutliche Unterschied zu BP und HFP: Mit eidgenössischem Fachausweis wie mit eidgenössischem Diplom braucht es in beiden Fällen eine Aufnahmeprüfung, die sich an den Anforderungen der Berufsmaturität orientiert. Zwei Einschränkungen gehören dazu. Erstens formuliert swissuniversities «können zugelassen werden», es handelt sich um eine Best-Practice-Empfehlung und keinen Rechtsanspruch, und das Dokument hält fest, dass der Primat der Berufsmaturität als Zugang zum Fachhochschulstudium unberührt bleibt. Zweitens regelt jede Fachhochschule das Verfahren selbst. Praxis- und Bildungsleistungen aus der höheren Berufsbildung können bis maximal 90 ECTS an das Bachelorstudium angerechnet werden, massgebend sind die erworbenen Kompetenzen und die Passung. Zu den typischen Positionen: Die früher dem Rahmenlehrplan zugeschriebene Aufzählung stammt tatsächlich von der ABB Technikerschule. Sie nennt Entwicklung und Projektierung elektrischer Anlagen, Fach- und Führungsfunktion im Bereich Netzdienstleistungen, Leitung von Versuchslaboren oder Prüffeldern, Verkaufs- oder Einkaufsleitung elektrotechnischer Produkte, Inbetriebnahme und Instandhaltung elektrischer Verteilnetze, Projektleitung für Energieberatung und Energiehandel sowie Leitstellenoperator bei Energieversorgung und Energieverteilung. IBZ ordnet Absolvierende üblicherweise dem mittleren bis oberen Kader zu.

Grundlage: swissuniversities, Kammer Fachhochschulen, «Zulassung zum Bachelorstudium an Fachhochschulen, Best Practices», Ziff. 3.6.1 (HF prüfungsfrei, BP und HFP nur nach Aufnahmeprüfung), Ziff. 3.6.2 (maximal 90 ECTS), Vorbemerkung zu Ziff. 3.6 (Primat der Berufsmaturität), https://www.swissuniversities.ch/fileadmin/swissuniversities/Dokumente/Kammern/Kammer_FH/Best_practice/ZulBa_BestPractices_de.pdf; Positionen: ABB Technikerschule «Karriere-Chancen», https://www.abbts.ch/bildungsangebot/hoehere-fachschule/elektrotechnik; IBZ/ipso «üblicherweise dem mittleren bis oberen Kader», https://ipso.ch/schulen/ibz/technik-bau/elektrotechnik/dipl-elektrotechnikerin-hf

Quellen

  • SBFI-Berufsverzeichnis, Rahmenlehrplan «Dipl. Elektrotechnikerin HF / Dipl. Elektrotechniker HF», genehmigt 12.10.2022, Status aktuell, NQR 6: https://www.becc.admin.ch/becc/public/bvz/beruf/show/654
  • Rahmenlehrplan «Elektrotechnik» (Verein Trägerschaft RLP HF Elektrotechnik; EIT.swiss, Swissmem, Swissmechanic, KHF-T), Volltext PDF: https://www.becc.admin.ch/becc/public/bvz/beruf/download/13107
  • SBFI-Verzeichnis der Rahmenlehrpläne HF: https://www.becc.admin.ch/becc/public/bvz/beruf/rahmenlehrplan
  • Fedlex, MiVo-HF vom 11. September 2017, SR 412.101.61, Art. 3, 5, 6, 20 und Anhang 1 Ziff. 15: https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/2017/586/de
  • Fedlex, Niederspannungs-Installationsverordnung NIV, SR 734.27, Art. 6 bis 10: https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/2002/22/de
  • KHF-T, Rahmenlehrplan Technik, Hinweis auf 20 Rahmenlehrpläne und die genehmigten RLP22: https://khf-t.ch/rahmenlehrplan-technik/
  • EDK, Interkantonale Vereinbarung HFSV, Grundlagen und Abgrenzung zu BP und HFP: https://www.edk.ch/de/themen/bildungsfinanzierung/hoehere-fachschulen
  • EDK, HFSV Semester-Beiträge Studienjahre 2027/2028 und 2028/2029, Bereich 1 HF Technik, Beschluss 26.03.2026, publiziert 10.04.2026: https://edudoc.ch/record/245310/files/HFSV-Beitraege_2027-2029_d.pdf
  • EDK, Höhe der Beiträge, zahlungspflichtiger Kanton: https://www.edk.ch/de/themen/bildungsfinanzierung/hoehere-fachschulen/beitraege-an-die-studiengaenge
  • SBFI, Bundesbeiträge für Kurse, die auf eidgenössische Prüfungen vorbereiten: https://www.sbfi.admin.ch/de/bundesbeitraege-fuer-kurse-die-auf-eidgenoessische-pruefungen-vorbereiten
  • SBFI, Infoflyer Bundesbeiträge eidgenössische Prüfungen (50 Prozent, max. CHF 9500 bzw. 10500, Mindestgrenze CHF 1000): https://www.sbfi.admin.ch/dam/de/sd-web/EuAeDyYSPaLS/Flyer%20HBB_SBFI_A5_2025_DT_web.pdf
  • SBFI, Massnahmenpaket zur Stärkung der höheren Berufsbildung, Inkrafttreten 01.10.2026: https://www.sbfi.admin.ch/de/massnahmenpaket-zur-staerkung-der-hoeheren-berufsbildung
  • SBFI, FAQ Massnahmenpaket höhere Berufsbildung für Absolventinnen und Absolventen (Zuordnung der Titelzusätze): https://www.sbfi.admin.ch/de/faq-massnahmenpaket-hoeheren-berufsbildung-absolventen
  • swissuniversities, Zulassung zum Bachelorstudium an Fachhochschulen, Best Practices, Ziff. 3.6: https://www.swissuniversities.ch/fileadmin/swissuniversities/Dokumente/Kammern/Kammer_FH/Best_practice/ZulBa_BestPractices_de.pdf
  • EIT.swiss, 10 Fragen zur Weiterbildung (Art. 19.2 GAV Elektrobranche): https://www.eit.swiss/de/verband/news-medien/recht-gav/10-fragen-zur-weiterbildung
  • EIT.swiss, GAV der Elektrobranche: https://www.eit.swiss/de/recht-und-normen/gesamtarbeitsvertrag
  • ABB Technikerschule, Elektrotechnik HF (Baden und Sursee), Module, Kosten, Kantonsbeitrag CHF 2600, Hinweis Anerkennungsverfahren Sursee: https://www.abbts.ch/bildungsangebot/hoehere-fachschule/elektrotechnik
  • ABB Technikerschule, Sicherheitsexperte/in von elektrischen Anlagen NDS HF: https://www.abbts.ch/bildungsangebot/nachdiplomstudien/sicherheitsexperte-in-von-elektrischen-anlagen

Alle Angaben ohne Gewähr. Massgeblich sind die Verordnungen, Prüfungsordnungen und Reglemente in der jeweils gültigen Fassung. Stand 31. Juli 2026.